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River34
Mitglied
Alter: 40
Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 190
Wohnort: Braunschweig

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Verfasst am:
25.04.2006 22:22 Winkelpickerangeln an Fluss und See |
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Winkelpickerangeln an Fluss und See
Während im Sommer schon einmal "das Grobe" der Angelausrüstung auf Rotauge, Brassen und Co. zum Zuge kommt, schlägt in der Übergangszeit vom Winter zum Frühling die Stunde des filigranen, feinen Angelns. Es geht mit leichten, empfindlichen Ruten und kleinen Ködern auf Friedfische. Jetzt sind es zum Anfang die dankbaren Weißfische, die sich als erstes im noch kalten Wasser überlisten lassen. Mit fortschreitender Jahreszeit und zunehmender Wassertemperatur gesellen sich später mehr und mehr andere Friedfische hinzu, die mit der Picker-Methode gefangen werden können: Schleien, Karpfen und Barben gehen dann ebenfalls oft an den Haken. Aber auch mit Frellen, Barschen und Aalen muss man jederzeit rechnen.
Pickerfischen - Was ist das eigentlich?
Neben dem klassischen Stippangeln mit Pose gibt es vor allem zum Fang von Friedfischen eine andere, sehr erfolgreiche Methode: Das leichte Pickerfischen. Dies ist eine äußerst spannende und "ergiebige" Methode des feinen bis ultrafeinen Grundfischens.
(Zur Abgrenzung sei hier nur kurz das Feederangeln genannt, eine andere Variante des Pickerangelns. Dabei werden jedoch stärkere und längere Ruten, dickere Schnüre, größere Wurfgewichte, schwerere Futterkörbe und Teigballen sowie teils größere Köder verwendet.)
Im Grunde genommen wurden im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Begriffen für diese Angelweise geschaffen: Man hört Begriffe wie Winkelpicker, Quivertip, Bibberspitze, Zitterspitze, die auf ganz besondere Weise zu verwendende Schwingspitze, etc.. Alle diese Bezeichnungen haben als Hauptmerkmal gemeinsam, dass es sich um feines Grundangeln handelt, bei dem die Bissanzeige am Ausschlagen der Rutenspitze zu erkennen ist.
Rute:
Winkelpickerruten sind erhältlich in Längen von 2,40m bis 3,30m. Die gebräuchlichsten Längen sind 2,70m und 3,00m. Es gibt sie als 2-teilige Steckruten oder Teleskopruten. Für beide Rutentypen gibt es meistens zu jeder Rute 2, 3 oder sogar 4 auswechselbare Spitzen. Die 30-60cm langen Vollglas- oder Kohlefaser- Wechselspitzen sind sehr dünn, unterschiedlich gefärbt und besitzen verschiedene Stärken. Wurfgewichtsangaben fehlen bei Winkelpickerruten meistens, da ohnehin nur mit sehr leichten bis leichten Gewichten geangelt wird.
Rolle:
Es werden kleine Stationärrollen (20er oder 30er Modelle) mit einem Schnurfassungsvermögen von ca. 100-150m Schnur in einer Ø-Stärke bis 0,18mm verwendet.
Unbedingtes Muss ist eine gut funktionierende Rollenbremse, da bei den verwendeten dünnen Schnüren im Falle einer Fehlfunktion der Rolle sonst schnell einmal die Schnur reißen kann! Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Front- oder Heckbremse handelt.
Schnur:
Man kann bei dieser Methode mit einer monofilen, dehnungsarmen Angelschnur der Stärken 0,12mm bis 0,18mm Angeln, je nach der zu erwartenden Größe der Fische oder Hindernissen im Gewässer. Zu beachten ist, dass die Schnurdurchlaufringe der Winkelpickerruten in der Regel immer sehr enge Durchmesser haben; größere Schnurstärken scheiden daher ohnehin aus.
Besonders zu empfehlen ist jedoch, die dünnste erhältliche geflochtene Schnur zu verwenden (z.B. 0,10mm Ø). Die Bisserkennung bei geflochtenen Angelschnüren ohne jegliche Dehnung ist hervorragend! Es muss nicht gleich die teuerste Geflochtene aufgespult werden, bei preiswerteren Schnüren ist aber gerade beim Grundfischen der Abrieb größer und somit die Lebensdauer der Angelschnur kürzer. Man ist gut beraten, für die letzten 5-6 Meter zwischen dem Haken und der geflochtenen Hauptschnur noch eine monofile Schlagschnur in der o.g. Stärke 0,12mm bis 0,18mm vorzuschalten, um dem materialbedingten allmählichen Aufscheuern geflochtener Schnüre vorzubeugen und gleichzeitig beim Drill stärkerer Fische einen elastischen Puffer vor dem Fisch zu haben. Damit wird ein Ausschlitzen des Hakens verhindert und die Gefahr des Schnurbruchs verringert.
Haken:
Die gleichen Haken, die beim "normalen" Friedfischstippen benutzt werden, werden auch beim Winkelpickerangeln verwendet. Man kann also bei erwarteten Fischen in Laubengröße bis auf feindrähtige rote Häkchen der Größe 18 heruntergehen, aber bei vermuteten großen Brassen oder kleinen bis mittleren Karpfen genauso gut Goldhaken der Größe 12, 10 oder auch 8 wählen.
Blei:
Allgemein hat sich herausgestellt, dass beim Winkelpickerfischen zur feineren und genaueren Bissanzeige das Blei als Wurfgewicht nicht als Durchlaufblei auf der Hauptschnur, sondern besser fest angeknotet an einem 20-30cm langen Seitenarm, ca. 40-80cm oberhalb des Hakens, angebracht wird. Außerdem stört das Blei dann beim Anbiss den Fisch weniger; der Biss wird unmittelbar ohne Beeinflussung des Bleies an die Rutenspitze weitergeleitet. Wenn sich der Seitenarm beim Auswerfen oder Einholen schon einmal ein paar Klänge mit der Hauptschnur überschlägt, ist dies nicht weiter schlimm. Die Funktion des Seitenbleis bleibt gewährleistet, und in der Regel lassen sich solche Überschläge leicht wieder "enttüddeln".
Gebräuchliche Bleigewichte liegen zwischen 4g und 16g. Meistens sind Gewichte zwischen 8 und 12g eine gute Wahl. Eine oft verwendete Bleiform ist der "Tropfen" mit einer kleinen Öse zum Festbinden. Für Fließgewässer eignet sich auch ein Tellerblei gut, das auch bei stärkerer Strömung noch liegen bleibt.
Futterkörbchen:
Statt des Bleigewichts kann wahlweise auch ein kleines(!) unbeschwertes Futterkörbchen, eines mit eingearbeitetem Blei oder ein unbeschwertes Körbchen zusätzlich zum normalen Bleigewicht mit am Seitenvorfach befestigt werden. Dies erhöht die Lockwirkung noch mehr. Das Gesamtgewicht der Montage muss jedoch beachtet und darf nicht zu schwer gewählt werden. Mit der Zeit bekommt man ein gutes Gefühl dafür, was für eine Belastung man seiner Rutenspitze zumuten kann. Ein vorsichtiges und gefühlvolles Auswerfen von Futterkorbmontagen schont die feine, hochelastische Rutenspitze. Auf hängerträchtigem Gewässergrund ist von Futterkörbchen aber abzuraten und ein Anbieten des Lockfutters per Hand oder Futterschleuder sinnvoller.
Wirbel:
Beim feinen Pickerfischen sollten keine Wirbel verwendet sondern alle Schnurverbindungen geschlauft oder geknotet werden; man muss es wirklich einmal versuchen! Die Bissanzeige ist dann um ein Vielfaches sensibler, direkter und für vorsichtige Fische unauffälliger und kaum störend. Vor Verdrallungen der Schnur braucht man sich nicht allzu sehr zu fürchten, normalerweise hält sich diese in Grenzen. Man sollte allerdings keine "Propellerköder" auf den Haken ziehen, also Köder, die sich von vornherein schon aufgrund ihrer Form am Haken beim Einzug ständig um ihre eigene Achse drehen.
Köder:
Die ganze Palette der Friedfischköder. Von Maden, Mehlkäfern, Mais über Würmer bis hin zu Forellenteig, Brot, Hartkäse usw.. Oft ist es auch hilfreich, z.B. bei schlammigem oder bewachsenem Boden oder Vorkommen von Wollhandkrabben zusätzlich zu dem Köder eine kleine Auftriebshilfe (Auftriebsschaum, Styropor) auf den Haken zu ziehen, um ihn mit dem Köder etwas vom Boden weg zu bekommen. Dies empfiehlt sich auch besonders beim Winkelpickerangeln auf bestimmte Fischarten, z.B. Forellen, Schleien oder kleinere Karpfen. Schwerere Karpfen sollte man wegen dem zarten Angelgerät aus Sicherheitsgründen nicht mehr vorsätzlich mit der Winkelpickerrute beangeln.
Anfüttern:
Man kann mit den gleichen Teigsorten, die man auch beim Stippfischen verwendet, entsprechende Futterplätze anlegen, etwa mit einer Futterschleuder. Gut ist es, dem Lockfutter ein paar Maden beizumischen. Auch ein paar reine Schleuderschüsse nur mit losen Maden sind nützlich. Sehr schnell stellt sich dann der gewünschte Fischerfolg ein.
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angelprofi
Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 1298
Wohnort: in der nähe von BRV

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Verfasst am:
26.04.2006 13:36 Antwort |
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Ich schwöre ja mehr auf die Feederrute!
Christian
_________________ Ich schieb die Opels vor mir her, ich mach spaß, ich will spaß ich will spaß
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