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 Wie ist Eure Meinung zum "Kormoran-Problem"?

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brasilfischer
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Anmeldungsdatum: 01.01.2006
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006 20:25    Wie ist Eure Meinung zum "Kormoran-Problem"? Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Board-Gemeinde,

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine Notiz über den Kormoran im Blätterwald zu finden ist. Verschiedene Organisationen von Naturschutz und Fischerei machen mobil und treten an die Öffentlichkeit, um "den geneigten Leser" auf ihre Seite zu ziehen. Solange in diesen Beiträgen bei der Wahrheit geblieben wird, kann nichts gegen eine solche "Reklame" eingewendet werden. Wenn aber Fakten verdreht oder negiert werden, darf dies nicht unwidersprochen bleiben!

Wie stellt Ihr Euch zum folgenden Beitrag (Ausschnitt), der heute im MAIN RHEINER erschienen ist?

..."Nach einem zweijährigen Pilotprojekt an Ahr, Kyll*) und Nister können jetzt auch außerhalb dieser Testzonen Abschüsse genehmigt werden - weil angeblich festgestellt wurde, dass man so die Fischbestände schonen könnte", kritisiert Monika Arnold, Sprecherin des BUND-Arbeitskreises Tierschutz.

Dabei stelle nur die Ahr-Studie einen klaren Zusammenhang zwischen Kormoran- und Fischbeständen fest - zufällig diejenige, die von Fischereiverbänden in Auftrag gegeben worden war. Sie argwöhnt, die Anglerverbände hätten sich hier über Gebühr durchgesetzt.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD), die hinter dieser Entscheidung steht, versucht zu beruhigen: "Es ist jedenfalls zurzeit ausgeschlossen, auch am Rhein Kormorane zu schießen", so ein Sprecher der Behörde. Es gebe zwar Bestrebungen von Seiten der Angler, aber das stehe nicht zur Debatte. "Mittlerweile sind sogar die Angler weg von ihrer Forderung: Feuer frei auf jeden fliegenden Kormoran."
(Anmerkung: Das war nie eine Forderung der Angler!)

Olaf Strub, Biologe am Binger Nabu-Naturschutz-Zentrum Rheinaue, hält nichts davon, den Kormoran für bedrohte Fischbestände haftbar zu machen: "Natürlich kann man sagen `Sie fressen die Fische weg`. Und sie sind auch mehr geworden." Allerdings nur, weil sie hier vor 20 Jahren fast ausgestorben gewesen seien und erst langsam wieder eine gesunde Population erreichten.

"Ich kann zwar verstehen, dass die Angler es subjektiv so wahrnehmen, als fräßen ihnen die Vögel alles weg", so Strub. Aber in einer intakten Auenlandschaft mit Nebenarmen und genug Kinderstuben für die Fische seien die Kormorane keine echte Bedrohung.

*) Kyll - hier machte Berni Hoffmann (ist bereits Mitglied bei uns!) seine eigenen Beobachtungen. Ich werde versuchen, ihn für eine Stellungsnahme zu gewinnen.

Ganzer Beitrag:

http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2204417

brasilfischer René

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Julian
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006 20:39    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

ja ich sage dazu:

Ich denke nicht das die Lösung ist den Kormoran abzuschießen, denn dadurch werden nur sehr wenige Exemplare Abgeschossen, außerdem warum weil man die eine Tierart töten nur damit die andere überlebt. Ich denke das keiner für das gegenteil ist (also mehr Kormorane) weil es gibt ja kein Hobby, soweit ich weiß, das sich mit dme Kormoranfang beschäftigt. Deswegen wird einfach der teil abgeschoben den die wenigstens brauchen. Und das ist in der Sicht vieler Angler dann der Kormoran. Ich finde man sollte sich auf mittlerem Weg begegnen. Außerdem denke ich das die Diskussion über dieses in Angler Augen "Problem" noch lange so weiter gehen wird. Das ist wie in der Politik nurnoch viel schlimmer.
Wenn man anderseits wieder sieht wieviel angebliche Fische die Kormorane sich reingezogen haben... naja aber wer im Verein ist brauch sich doch eh keine Gedanken zu machen. Denn dort werden ja meistens regelmäßig Fische eingesetzt.

Was auch noch für die Verhandlung wichtig sein sollte ist: Man muss immer ungefähren gleichstand lassen. Man kann ja nicht alle Kormorane abknallen. Vielleicht so ads das Verhältnis ausgewogen ist.

Julian

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brasilfischer
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006 21:18    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@ Julian

Das mit den Besatzmassnahmen hat wohl seine Richtigkeit, doch weisst Du auch, welche beträchtlichen Beträge jährlich von den Vereinen dafür aufgewendet werden, dass die Fischenzen immer noch "intakt" sind und Du Deine Fische fangen kannst?

... Und wenn nun davon 60% und mehr in den Schlünden der Kormorane endet (ich klammere jetzt einmal die Fische aus, die vom Schwarzrock "angepickt" werden und elendiglich verenden), der Verein also 60% für "Kormoranfutter" ausgibt, ist dies dann immer noch so ohne weiteres hinzunehmen?

brasilfischer René



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BeitragVerfasst am: 05.01.2006 21:25    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

das kommt nartürlich imemr daruf an wo sich die Kormorane aufhalten, aber trotzedem sollte man das eine Tier nicht ausrotten damit das andere (Das für den Menschen nützlicher erscheint) überlebt.

Julian

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Anmeldungsdatum: 18.10.2005
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BeitragVerfasst am: 06.01.2006 16:49    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

und was sagen die anderen dazu?

Julian

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brasilfischer
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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 11:24    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@ Julian

Ich habe beim Eingangsartikel in einer Anmerkung beigefügt, dass es den "Kormoran-Gegnern" (Angler, Teichbesitzer, etc.) NICHT um die Ausrottung einer bestimmten Tierat geht! :19

Auf diese Anmerkung möchte ich auch Degl aufmerksam machen, der im VDFS-Thread auch den Begriff "Ausrottung" erwähnt hat.

Ganz im Gegensatz zu den gleichen Naturschützern (die so vehement gegen eine Bestandes-Regulierung des Kormorans sind!), die aber gleichzeitig die gänzliche AUSROTTUNG der Rostgans fordern!

brasilfischer René

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Marco
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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 12:08    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

Wir hatten noch nie probleme mit den Komoranen.

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Julian
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Anmeldungsdatum: 18.10.2005
Beiträge: 3202


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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 13:37    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

naja so wie oft das Thema angesprochen wird soll das Problem wohl ziemlich groß sein. Auch wenn die Hälfte aller Kormorane vernichtet sind sind das nach aktuellen Zahlen und Statistiken immernoch genug Fische die von den gefangen werden. Und ich vermute das es dann den Kormoran gegnern immer noch zu viele Fische sind die dafür draufgehen.

Julian

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manu
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Anmeldungsdatum: 29.10.2005
Beiträge: 48


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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 13:45    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Am chiemsee ist dieses Problem ziemlich schwerwiegend zumal wir auch viele Berufsfischer haben.

Allerdings hat der chiemsee auch ein großes Naturschutzgebiet und er ist wegen seiner unberührten Natur bekannt und beliebt.

man muss verschiedene Richtungen sehen!
Die Fischereivereine haben auch fremde Fische in unsere seen gesetzt die jetzt ausgerottet werden.

Man kann also nicht die Komorane Zamschießen und sich dann wundern warum die Touristen in unsere Region nicht mehr kommen.

Unsere Region kämpft nicht gegen Komoranbestände.
Wir haben damit viel glück!
was sagt ihr?

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degl
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Anmeldungsdatum: 09.12.2005
Beiträge: 91
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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 14:11    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@Rene,

habe bewußt überspitz,weil ich natürlich nicht will,das irgendeine Kreatur auf dieser Erde "ausgerottet"wird.
nur in manchen Diskusionen,wird eben der Eindruck erweckt,als sei das Kormoranproblem damit gelöst, in dem man verhindert,das er sich an den Teichen,Seen und Flüssen ernähren kann.

eine Eigenart des Kormorans liegt ja bekanntlich darin,das er keine natürlichen Fressfeinde hat und somit sich ohne weiteres,ja sogar unkontrolliert vermehren kann.
und das passt natürlich den betroffenen nun überhaupt nicht.
und warum soll der Vogel in der Elbe mit starker Strömung seine Beute suchen,wenn nebenan ein herrlicher Fischteich liegt(der ist doch nicht blöd,der Kormoran).
aber selbst vernünftig diskutierende Tierschützer wittern hinter jeden Vorschlag der anderen Seite nur Profitgier zu Lasten des Kormorans.

ich persöhnlich halte es für vertretbar eine aktive Bestandsregelung durchzuführen um allen Interessen gerecht zu werden.

NUR MÜSSEN DANN ALLE AN EINEN TISCH

gruß degl

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The "Getz"-man

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brasilfischer
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Anmeldungsdatum: 01.01.2006
Beiträge: 186
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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 16:43    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

...Und genau da liegt die Krux, Degl!

Um an einem Tisch (wie Du sagst) diskutieren zu können, muss zuerst eine rationale Basis geschaffen werden.

Will heissen, dass zuerst "wasserdichte" Fakten erarbeitet werden müssen, über die man dann die Köpfe heiss werden lassen kann!

Und in dieser Beziehung hat der VDSF bis heute nichts auf den Weg gebracht (trotz der jährlichen und leider jahreszeitlich teilweise falsch angestzten) Kormoran-Zählungen!

Und wenn Angler "auf eigene Faust" Beobachtungen machen und diese dann einbringen möchten, werden diese Fakten durch "Beamtenwillkür" unendlich erschwert > siehe Kyll!

Oder die Beobachtungen, die an der Saar gemacht werden: Mindestens 35 Kormorane sind da gezählt worden! Aber die Vögel sind nicht so "lieb" und versammeln sich auf einem derart begrenzten Raum, dass alle 35 auch auf einer Fotografie "Platz" finden!

Hier muss auf andere Art und Weise vorgegangen werden. Die zuständigen Beamten und die Leute von der "Vogelschutz-Abteilung" sollten sich mit den Anglern an diesen besagten Wassern einmal treffen, gemeinsam diese Beobachtungen machen und dann ein Protokoll gegenseitig unterzeichnen!

Dann dürften die Zweifel ausgeräumt sein!

Herzlichst brasilfischer René

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 19:23    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« brasilfischer » hat folgendes geschrieben:

Und wenn Angler "auf eigene Faust" Beobachtungen machen und diese dann einbringen möchten, werden diese Fakten durch "Beamtenwillkür" unendlich erschwert > siehe Kyll!

Oder die Beobachtungen, die an der Saar gemacht werden: Mindestens 35 Kormorane sind da gezählt worden! Aber die Vögel sind nicht so "lieb" und versammeln sich auf einem derart begrenzten Raum, dass alle 35 auch auf einer Fotografie "Platz" finden!


Hi,

ja was will man denn da machen?? So ists eben hier in Germany.
Da kann keiner was machen außer die Behörden und die machen bekanntlicherweise nichts.

Julian

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 20:53    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hey, Julian,

das tönt ja beinahe wie Fatalismus (d.h. man nimmt die Sache als "Schicksal" einfach hin)!

Wenn Du die Quote bis etwas weiter nach unten erweitert hättest, wärst Du sogar zu meinem (mit roter Schrift!) verfassten Lösungs-Vorschlag gekommen!

So könnten doch einvernehmliche Voraussetzungen für ein produktives Weiter-Verhandeln geschaffen werden!

brasilfischer René

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 20:55    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

ja dein Beitrag in Rot. Damit hast du Recht aber du glaubst doch nicht im ernst das sowas zustande kommen wird? :22
Ich gluabs eher nicht. Vielleicht wenns zu spät ist.

Julian

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 21:01    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Um die Sache zu vereinfachen könnten meinetwegen die Beamten auch zu Hause gelassen werden; die Naturschützer sollten hingegen (schon von ihrer eigenen Warte aus gesehen!), interessiert daran sein!

brasilfischer René

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 21:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

man braucht aber Beamte die für die Umsetzung zuständig sind. Die Naturscchützer sehen, erkennen udn Prüfen alles udn gehen dann zu den Beamten. :30

Julian

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 21:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

So oder so entscheiden Beamte (hoffentlich!) erst nach dem Vorhandensein aller Fakten, bezw. Entscheidungs-Grundlagen.

Das wäre also der nächste Schritt. Und das Beobachtungs-Protokoll, das durch die gegenseitige Unterzechnung ein unumstössliches Fatum wäre, hätte dabei entscheidenden Einfluss.

Der Gesetzgeber hat nämlich bereits angeordnet, dass (nach der Beweisführung, dass über 15 Kormorane an besagtem Gewässer gezählt werden), eine begrenzte Abschuss-Bewilligung erteilt wird.

Nur konnten die Angler bis heute noch keine eindeutigen Beweise liefern (Fotos, vereidigte Beamten als Augenzeugen, etc.)...

Denn, wie ich bereits erwähnt habe, bleiben die Vögel nicht über Stunden an den gleichen Plätzen, bezw. bis ein telefonisch aufgebotener Beamter eintrifft!

Und auch mit dem Bildbeweis-Material gibt es Probleme, da (wie auch schon beschrieben) kaum der "gesamte Schwarzrock-Auftritt" in einem einzigen Einzel-Bild dokumentiert werden kann.

brasilfischer René

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BeitragVerfasst am: 07.01.2006 21:32    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

also ich bin ja sowieso nicht für die Kormoran Ermordung, nur damit andere Tierarten weiterleben können, aber ich habe noch die ein Kormoran bei uns gesehen. Vielleicht mal einen Fischreiher aber mehr auch nicht.

Julian

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Zuletzt bearbeitet von Julian am 11.02.2006 20:39, insgesamt einmal bearbeitet

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BeitragVerfasst am: 10.02.2006 20:27    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Angler-Kollegen!

Wenn schon von offizieller Seite nichts zu vernehmen ist, braucht es eben Einzel-Initiativen, um "das Rad in Schwung zu halten"!

Leopold Mayer hat sich deshalb die grosse Mühe gemacht und einen entsprechenden Entwurf ausgearbeitet, den ich Euch hiermit gerne zur Diskussion stellen würde:

« Leopold Mayer » hat folgendes geschrieben:

Regionales Kormoranbestandsmanagement
Diskussionsentwurf für ein konsensfähiges Konzept

Warum regional?

Das europäische Problem der fernwandernden Küstenbestände können wir nicht national lösen. Das Problem mit den „ansässigen“ müssen wir aus Gründen des aquatischen Artenschutzes dringend lösen vor es zu spät ist - und nur regional ist das hier und heute auch möglich.

Der Radius, in dem eine Kormorankolonie in der Regel auf Futtersuche geht, ist auf etwa 50 km begrenzt. Das entspricht ziemlich genau dem Umfang der Verwaltungsgliederung ´Regierungsbezirk´ mit Naturschutz, Jagd- u. Fischereibehörde.

Benachbarte Regierungsbezirke können ihre Konzepte aufeinander abstimmen.
Aus der Summe aller regionalen Konzepte kann eine landesweite rechtliche Regelung und Mangement-Strategie hergeleitet werden.

Als ersten Schritt stelle ich mir vor, eine Graphik zu erstellen, die in einer Kurve die Bestandsentwicklung der regional stationären Binnenlandbestände z. B. seit 1950 oder 1975 aufzeigt.

Besonders hervorzuheben wären die Jahre in denen eine ganzjährige Schonzeit eingehalten wurde und das Jahr in dem die Vögel vom Jagd- ins Naturschutzrecht überführt wurden.
Als eventuellen Korrekturfaktor könnte man dann eine Folie mit der Anzahl der winterlichen Frosttage der jeweiligen Jahre darüber legen um Interaktionen aufzeigen oder korrigieren zu können.
Sicher würde man in der Kurve einen ´Knick oder Trend´ nach oben erkennen, also das/die Jahr/e ab dem die Individuenzahl signifikant zugenommen hat.

Dieser markante Zeitpunkt könnte dann für die Festlegung der Mindestbestandsgröße für die Region gewählt werden. Eine kritische Bestandsgröße war dabei sicher nicht unterschritten, denn sonst hätte sich der Bestand nicht trotzdem daraus um ein mehrfaches erhöhen können.

* Die Anzahl und Standorte der Kolonien sollte ebenfalls auf diesen Zeitpunk zurückgeführt werden. Gleichzeitig könnte man sich, aufgrund dieser objektiven Datenlage, auch auf eine standortbezogene regionale Bestandobergrenze einigen.

Dazu mein Vorschlag an einem fiktiven Beispiel:
Eine Kormorankolonie an einem mesotrophen Mittelgebirgsstausee mit 100 ha Größe, Fischertrag- sachverständig ermittelt - ca. 20 kg/ha = 2000 kg.

Sind die Fischer die Pächter billigen wir den Kormoranen (und anderen Prädatoren) 50 % des Ertrages zu = 1000 kg.

Wäre das Gewässer nicht an Fischer verpachtet, sondern an eine Naturschutzorganisation stünde der Gesamtertrag fischfressenden Vögeln uneingeschränkt zur Verfügung – eine für die Reproduktion unverzichtbare Fischbestandsuntergrenze dürfte allerdings auch in diesem Fall nicht unterschritten werden!
Ein Kormoran braucht im Jahr incl. Brutaufzucht ~ 200 kg Futter – somit wäre bei einem Bestands von 1000 ./. 200 = 5 Exemplaren schon die „paritätische Koexistenz“ erreicht!

Selbst unter Ausschluss der Fischer würde das Gewässer trotzdem nur knapp 10 - 12 Kormorane (ohne Rücksicht auf den Bedarf anderer Prädatoren!) ernähren können.

Wünscht man sich seitens des Vogelschutzes nun an einem solchen (Beispiel-)Gewässer eine Kormorankolonie die um (nur) 10 Tiere größer sein soll, muss man - damit sie stationär bleibt - das Nahrungsangebot für die zusätzlichen Tiere durch geeigneten Futterfischbesatz um mindestens 10 x 180 kg jährlich erhöhen!

Dieser ausschließlich kormoranspezifische Futterfischbesatz wäre gerechterweise aus Mitteln des Vogelschutzes zu tragen und würde im Beispielfall allein an diesem Gewässer unter diesen Voraussetzungen 2000 kg x 15,- €/kg = 30´000,- € betragen.

Sind für den Naturschutz und unsere Steuerzahler Kosten von 3000,- €/jährlich je Vogel einer Art, die bisher in der Region nicht als stationäre Binnenlandform heimisch war, zumutbar?

Daran zweifle ich überzeugt!

Der Fischerei aber sollen solche „Vogelfutterkosten“ für eine „nicht gefährdete“ Allerweltsart zu Lasten mehrerer „stark gefährdeter“ Rote Liste – Fischarten zugemutet werden?

Daran haben Natur- & Vogelschützer bisher keine Zweifel zugelassen!

Kehren wir also zu bewährten Grundprinzipien zurück:

„Wer das sagen haben will soll zahlen, wer nicht zahlen will soll stillschweigen“ und „wer für den Schaden verantwortlich ist soll auch dafür aufkommen“

Wenn aber, wie es scheint, beide Seiten das Sagen haben wollen, ohne dass je eine der beteiligten Seiten die Schäden die materielle (und auch ökologische) Verantwortung übernehmen möchte, müssen die Kontrahenten wohl einen Konsens* finden!

Wie ich aufgezeigt habe:

Festlegung geschützter Kolonien mit vereinbarter Bestandsunter- und Obergröße,

Futterkostenübernahme aus Naturschutzmitteln für jedes Exemplar das über die vereinbarte Bestandsgröße hinaus in den Kolonien gezählt wird,

jährlich gemeinsame Bestandserfassung der Koloniestärke mit Festlegung ab Reduzierung oder Schonung geboten ist.

Bestandsdezimierung an den Brutplätzen nur bei Überschreitung der festgelegten Bestandsobergröße,

keine Bejagung an dem der Kolonie zugeordneten Gewässer,

an allen anderen Gewässern – insbesondere solchen mit „gefährdeten rote Liste – Fischarten“ ganzjährige freie Bejagung (Brutzeit = Schonzeit) auf „Streuner“ (aus überzähligem Kolonienachwuchs) und auf periodisch präsente „Durchzügler“ der Küstenpopulationen.

Jährliche Rückmeldung der Jägerschaft wie viele Tiere erlegt wurden, Abgabe von erlegten Tieren mit Beringung zur Auswertung.
+ Ich erhebe hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit – allerdings sollte ein Konsens nicht durch „präventive Überregulierung“ schon vorweg unmöglich gemacht werden.

Das Konzept muss erfahrungs- und fisch- wie vogelbestandsentwicklungsabhängig nachbesserungsfähig offen bleiben!

Damit sollten Kormorane, Vogelschützer, Fische und Fischer leben können!

Erstere könnten sich ungefährdet satt fressen, die anderen hätten ihr Beobachtungsobjekt, gefährdete Fischarten hätten wieder eine Überlebenschance und Fische für die Angler - die mehr Engagement, Zeit und Geld in den Bestandwiederaufbau gesteckt haben als je Eigenmittel für den Vogelschutz eingesetzt wurden – gäbe es dann auch noch genug zu fangen!

Übrigens:
Mein Konzept gibt’s gratis und umsonst!

Guter Rat von ‚Sachverständigen’ wäre entschieden teuerer, ob er in gleichem Maße auch besser wäre?

Welcher (Regional-)Fischereiverbandsfunktionär, Präsident oder Biologe, möchte sich damit in die Diskussion mit den Natur- & Vogelschützern, der Verwaltung und Politik wagen?

Nur zu, meinen Segen hat er!

Leopold Mayer
im Februar 2006


Und jetzt: Eure werten Meinungen dazu!

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Hi,

da hat sich aber einer Mühe gegeben.

Also da wurde ja mal an einem fiktiven Beispiel klargemacht, wie denn die derzeitige Situation momentan aussieht.

Wenn das so ist ... aber wie kommt es dann das bei und im Verein das Thema Kormoran nicht ein einziges mal erwähnt wurde?

Der einzige Vogel der bei uns Fische klaut ist der Fischreier! Und davon gibts nur ein oder zwei bei uns.

Aber die Naturschützer udn die Angler und alle anderen sollten sich wirklich mal an einen Tisch setzen. Denn eins ist klar, so kann das alles nicht weitergehen.

Julian

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