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Wollie
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Anmeldungsdatum: 09.06.2006
Beiträge: 605
Wohnort: Hamburg / Rastede

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Verfasst am:
27.06.2006 07:19 [ ARTIKEL ] Feederfischen |
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Das Feederfischen
Als Feederfischen oder angeln mit der Feederrute bezeichnet man ein auf der einen Seite sehr feines Angeln mit einer Rute die eine sehr dünne, sensible Rutenspitze hat. Diese Rutenspitze ist für gewöhnlich austauschbar und wird beim Kauf in zwei oder drei Stärke mitgeliefert. Auf der anderen Seite scheint es fast schon eine brutale Angelart zu sein, da mit den Feedern oder so genannten Futterkörbchen gefischt wird. Dieses Feederkörbchen platscht gigantisch durch sein Eigengewicht und das beigefügte Futter. Dieses scheinbar grobe ausbringen des Futters und letztendlich des Köders täuscht aber gewaltig über das eigentlich sogar sehr sensible Fischen hinweg
Diesen Futterkörbchen, im englischen Feeder ( Fütterer) geben der ganzen Sache ihren Namen. Daher auch der Name der eigentlichen Rute Feeder-(-körbchen) Rute.
Das Feederfischen ist eine Grundangelart ohne Pose. Als Bissanzeiger dient die überaus sensible Spitze.
Der Sinn dieser Angelmethode besteht darin, dass auch in größerer Entfernung punktgenau angefüttert werden kann. Dazu dient das Futterkörbchen.
Die Montage(n) :
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Montagen, von denen ich die zwei populärsten vorstellen möchte, welche ich auch an meinen beiden Ruten verwende.
An meiner 3,30 m langen Rute (eine Skorpion Maxi Feeder 330) verwende ich einen angewinkelten Feederboom an einer 0,22 mm Hauptschnur. Die Lauflänge des Boom ist oben durch einen Schnurstopper begrenzt. Nach unten hin ist zum Schutz des Karabinerwirbels und dessen Knoten eine Perle als Schockabsorber montiert. Das Vorfach bildet ja nach Jahreszeit und Zielfisch zwischen 0,12 oder 0,14 mm in der der Länge 60 bis 80 cm, woran sich ein 12'er bis 16'er Haken befindet. Hier bevorzuge ich die Sumo-Vorfächer von D.A.M.. Sie haben sich als unheimlich stark erwiesen und sind super spitz und scharf. 15 bis 20 cm oberhalb des Hakens befestige ich vier kleine Schrotbleie im Abstand von 0,5 cm zu einander.
Die zweite Montageart ist die Schlaufenmontage. Diese verwende ich an meiner zweiten Feederrute (eine Mosella GEOS Feeder 390).
Bei der längeren Rute verwende ich eine Schlaufenmontage, die direkt aus der 22'er Hauptschnur geknüpft wird. Wichtig dabei ist, dass die eine Seite der Schlaufe länger ist, damit der untere Schlaufenknoten nicht beschädigt wird. In die große Schlaufe wir eine Schnurlaufperle und ein Karabinerwirbel gefädelt, an der später der eigentliche Feeder und das Vorfach hängt. Wichtig ist, die Schlaufe so groß zu machen, dass die große Schlaufe 30 bis 40 cm Lauflänge hat. Unter müssen noch etwa 10 bis 15 cm Schlaufe übrig sein, um daraus eine kleinere Schlaufe abzubinden. Wieder wichtig, in der kleinen Schlaufe muss der Vorfachwirbel und in der großen die Laufperle sein. Es ist darauf zu achten, dass die Laufperle in der längeren Seite der großen Schlaufe hängt, da sonst die Laufperle direkt auf dem Wirbel sitzt. die kleine Schlaufe wird noch einmal mit einem Knoten getrennt. Damit erhält man einen einfachen Seitenarm, der das Vorfach ein bisschen von der Schnur weg hält. Das Vorfach sieht bei dieser Montage genauso aus, wie bei der Ersten.
Als Feederkörbchen verwende ich am liebsten die, wie auch dem Foto in den Gewichtsklassen 15 bis 30 Gramm. In Ausnahmefällen auch mal 40 Gramm. Da wir nicht besonders schnell fließende Gewässer haben, sind größere Gewichte absolut nicht notwendig. Aber das ist, wie so vieles anderes auch Geschmacksache.
Man bekommt die Feederkörbchen für die verschiedensten Zwecke und mit den unterschiedlichsten Gewichten. Von Weitwurfkörbchen bis hin zu ultraleichten Madenkörbchen. Es ist praktisch für jede Angelart und jeden Geschmack etwas da.
Das Futter :
Vor dem eigentlichen Fischen hat irgendwer aber die Arbeit gestellt.
Über das zu verwendende Futter könnten ganze Bibliotheken gefüllt werden. Denn es gibt abertausende verschiedene Mixturen, für die verschiedensten Gewässer, Jahreszeiten und anderen Begebenheiten. Man kann das Futter auf vielfache Weise selber erstellen. Als Grundstoff dienen hierbei immer Panier- oder besser noch Zwiebackmehl, das mit allerhand Aromen, weiteren Mehlen, Keksen bis hin zu Tortenböden (…die ich selber auch sehr häufig einsetze…) angereichert und verfeinert werden können.
Einfacher ist es da, sich für nicht immer wenig Geld entsprechendes Grundfutter zu kaufen und nach Bedarf, Lust und Laune zu verändern, oder um es einfach so zu verwenden.
Wie auch immer man sein Futter zubereitet ist die letztendlich die weitere Verarbeitung doch die gleiche.
Wichtig ist die Verarbeitung des Futters nach dem ersten anfeuchten und ein paar Minuten quellen lassen. Danach sollte es erst durch ein mittleres Sieb drücken, damit man ein durchgehend weiches Futter erhält, welches keinerlei Klumpen aufweist. Denn wenn man Klumpen im Futter hat, sind diese verschieden oder zum Teil auch gar nicht mit Wasser angereichert. Da hat wiederum den üblen Nachteil, dass die leichten und fast trockenen Teil an die Wasseroberfläche steigen und so natürlich die Fische vom Hakenköder weglockt.
Weiterhin wichtig, am Anfang langsam das Wasser zugeben und lieber beim Angeln noch mal nachfeuchten. Man kann zwar immer Wasser nachgeben, aber wenn es erst mal drin ist, bekommt man es nicht wieder raus.... . Und zu nasses Futter löst sich schwer auf und lässt sich oft nur schwerlich aus dem Feeder lösen.
Wenn das Futter angefeuchtet, durchgezogen und gesiebt wurde, mische ich gerne pro Kilogramm Futter eine Hand Maden und Caster (verpuppte Maden) hinzu. Die Caster vorzugsweise zerdrücken, damit die Flüssigkeit austritt und eine zusätzliche Lockwirkung entfalten kann. Im den warmen Monaten zerschneide ich zusätzlich noch eine kleine Hand voll Mistwürmer und gebe diese auch noch dazu. Dann kann man, wenn nur oder überwiegend kleine Fische beißen, den Köder nehmen, entfernen und schnell umsteigen auf die größeren Köder.
Dann verwende ich einen kleinen bis mittleren Mistwurm und ziehe auf der Spitze noch eine quietsch fidele Made auf. Zwar wird man dann vermutlich weniger Bisse bekommen, aber es werden meistens dafür größere Fische gelandet.
Das Angeln mit der Feederrute:
Hat man alles soweit fertig, kann es endlich ans Angeln gehen.
Nachdem man sich die Stelle gewählt hat an der man fischen möchte und die Rutenständer entsprechend platziert sind, ist es ratsam den Futterkorb einige Male ohne Köder auf die gewünschte Stelle zu werfen. So kann sich auf dem Grund bereits ein Futterteppich bilden, der die ersten Fische anlockt.
Aber wie schaffe ich es, immer wieder die gleiche Stelle zu treffen…???
Für gewöhnlich sucht man sich ein festes Ziel am gegenüberliegenden Ufer und werfe am besten überkopf die Rute aus. Wenn dann das Körbchen auf den Grund gesunken ist, hakt man die Schnur in den Schnurclip der Spule. Dann kurbelt man fünf bis sechs Umdrehungen ein und entleert damit das Feederkörbchen. Das Ganze wiederholt man dann noch vier- bis fünfmal. Wichtig ist dabei, immer den Fixpunkt auf der anderen Uferseite anzuwerfen.
Weiterhin ist es jetzt sehr wichtig, bei dem Auswurf immer schön mit der Rute mitzugehen, damit es keinen Schnurbruch gibt, wenn die Schnur zum Ende an den Schnurclip gelangt. Dann wieder fünf bis sechs Umdrehungen einholen und der Köder liegt direkt im Futterteppich.
Damit hat der Feeder (Fütterer) seinen Dienst getan. Und bei jedem Auswurf wird ein Stück des Futterteppichs erneuert, da die Fische natürlich auch immer wieder einen Teil davon fressen.
Nach dem Auswurf des Feeders und des beköderten Hakens wartet man, bis der Feeder den Grund erreicht hat, legt die Rute auf den Rutenständern ab. Dabei ist darauf zu achten, dass wenn möglich Rute und Schur einen 90 und 120 Grad Winkel bilden. Dann wird die Schnur wieder fünf bis sechs Umdrehungen eingeholt und alles soweit gespannt, dass die sensible Spitz leicht gebogen in Richtung Feeder und Köder weißt. Es steht also unter Spannung und man hat direkten Kontakt zum Fisch.
Die Rute liegt, Futterteppich und Köder sind ausgebracht.
Nimmt jetzt ein Fisch den Köder, reagiert die Spitze sofort und zeigt es an und man kann anschlagen.
Bei kleineren Fischen erfolgt der Biss meistens ziemlich „zappelig“, wohin gegen bei größeren Brassen die Spitze in einer gleichmäßigen Bewegung schön „ausschlägt“. Anschlag , Drill. Und wer behauptet, ein grosser Brassen würde im Drill keinen Spaß machen, der hat vermutlich bisher nur Kleinkram dran gehabt.
Ich muss zugeben, bis Anfang letztes Jahr habe ich selber so gedacht, aber das hat sich grundlegend verändert. Und da wird es Euch (hoffentlich) nicht anders ergehen, wenn Ihr einen solchen Brassen gelandet habt.
Schön ist es auch zu sehen, wenn hin und wieder mal ein Karpfen den Hakenköder nimmt. Wenn mit einem mal wie vom Blitz getroffen jegliche Spannung aus der Rutespitze verschwunden ist und die Schnur in weiter Bahn runter hängt. Schnur aufnehmen, Anschlag und meistens dann ein Satzkarpfen von 30 bis 45 cm. Macht aber auch Spaß den zu drillen. Es kann aber auch anders herum sein, so dass es einem fast die Ruten aus den Rutenständern wirft. Also immer ein Auge auf die Rute haben und die Schnurbremse ordentlich eingestellt haben. Besser is’ das… .
Eines kann man noch zu den Hakenködern sagen:
Für gewöhnlich ist es so, je weniger Maden man nimmt, desto kleiner die zu erwartenden Fische. Je mehr oder größer der Hakenköder wird, je schwerer wird es für die kleinen Fische ihn aufzunehmen.
An Anfang des Angelns versuche ich an einer Rute zwei einzelne Maden. Die andere lege ich dann für gewöhnlich mit Dreien aus, wobei die Mittlere eine rote, künstliche Made ist. Die gibt es von Berkley Power Bait. Mal ist es erfolgreich, an anderen Tagen ist es genau dieser Rot Mittelpunkt der Grund für ausbleibende Bisse.
Aber das sind Sachen, dass muss man einfach selber ausprobieren.
_________________ Petri Heil und krumme Ruten
www.sfv-rastede.de
Zuletzt bearbeitet von Wollie am 02.07.2006 19:52, insgesamt 3-mal bearbeitet
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hamburger67
Moderator


Alter: 44
Anmeldungsdatum: 22.03.2006
Beiträge: 1424
Wohnort: alt-schwerin

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Verfasst am:
27.06.2006 08:12 (Kein Titel) |
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Sehr schöner Beitrag Wollie!Da kommt einen doch der Gedanke sich eventuell auch mal solche Ausrüstung zuzulegen,um es mal zu probieren.Aber die lieben Finanzen :15 ,naja aber ich bin ganz optimistisch,das ich spätestens nächstes Jahr auch mal mit den Federn anfangen werde,die Grundvorraussetzungen sind ja mit deinen Artikel gegeben! Petri
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angelprofi
Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 1298
Wohnort: in der nähe von BRV

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Verfasst am:
27.06.2006 12:29 Antwort |
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Den Beitrag finde ich sehr gut! Hast mir noch viele Tipps geben können!
Christian
_________________ Ich schieb die Opels vor mir her, ich mach spaß, ich will spaß ich will spaß
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Wollie
Mitglied

Anmeldungsdatum: 09.06.2006
Beiträge: 605
Wohnort: Hamburg / Rastede

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Verfasst am:
27.06.2006 20:50 (Kein Titel) |
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Keine Sorge Hamburger die Ruten selber sind nicht so teuer, wenn man nicht unbedingt auf den Markennamen schaut. Dann kannst Du schon eine gute Rute für 25 bis 30 Euro bekommen. Und eine relativ kleine Rolle mit 20'er bis 25' er Schnur hat vermutlich jeder noch irgendwo vergraben.
Und wenn einem das Ganze zusagt, kann man sich vom Material her immer noch verbessern....
Wie geschriebn habe ich ja zwei Rutenn. Die eine 3,30 und die andere 3,90 Meter. Die längere geht jetzt weg, da ich lieber mit der kürzeren fische. Dafür hole ich mit noch eine zweite Rute mit Länge 3,30 Meter. Aber das sollte jeder für sich selber heraus finden...
Zuletzt bearbeitet von Wollie am 05.07.2006 17:54, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Erik
Mitglied

Anmeldungsdatum: 31.05.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Heide

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Verfasst am:
27.06.2006 20:58 (Kein Titel) |
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jo ich angel auch lieber mit kurzer feeder
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Marco
Mitglied

Anmeldungsdatum: 19.10.2005
Beiträge: 1065
Wohnort: Esens
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Verfasst am:
30.06.2006 20:40 (Kein Titel) |
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meine beiden sind 2,90 und 3.60
_________________
Ein gutes Angeljahr 2006
wünscht Marco
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